Was ist Islam?
Islam bedeutet freiwillige Hingabe an Gott und zugleich Frieden. Die Religion Islam hat das Ziel, die Menschen auf der Erde und im Jenseits zum Glück und zur inneren Ruhe zu führen. Toleranz, Liebe und Gleichheit sind wichtige Elemente des Islam. Zwischen Islam, Christentum und Judentum gibtes sehr viele Ähnlichkeiten.
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Der Koran
Der Koran ist das Wort Gottes und das größte Wunder des Propheten Mohammed für die Menschheit. Die Sprache des Korans ist Arabisch. Koran bedeutet „Lesung“ oder „Rezitation“ und ist für MuslimInnen die Richtschnur allen Handelns. Er enthält 114 Abschnitte, im arabischen Sura genannt, die sich aus rund 6300 Versen bilden.
Nach islamischer Überzeugung ist der Koran so erhalten, wie er vor etwa 1400 Jahren offenbart wurde. Die mündlich wie schriftlich überlieferten Verse des Koran sind unmittelbar nach dem Tode des Gesandten gesammelt und in die bis heute gültige Form geordnet worden.
Die heiligen Worte des Korans, die in 23 Jahren offenbart wurden, enthalten religiöse und ethische Gebote, Verbote und Weisungen für das tägliche Leben der gläubigen MuslimInnen.
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Woran glaubt ein/e MuslimIn?
Der Glaube im Islam ist auf 6 Glaubensgrundlagen aufgebaut.
- die Propheten Gottes (alle) unter anderem: Adam, Noah, Abraham, Jakob, Josef, Moses, David, Salomon, Jesus, Mohammed
- die offenbarten (heiligen) Bücher Psalter, Thora (Altes Testament), Bibel (Neues Testament), Koran
- die Engel: z.B. Gabriel, Michael, Israfil und Azrael
- den Jüngsten Tag und die Auferstehung
Wenn der Mensch diese Glaubensgrundlagen bekennt, werden ihm damit Aufgaben auferlegt, die ein Muslim gegenüber Gott, den Menschen und der Umwelt hat. Diese sind zum Teil in den fünf Säulen definiert.
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Die Grundsäulen des Islam
das Glaubensbekenntnis
Die erste Säule ist die Schahada, das Glaubensbekenntnis. Sie ist die Grundlage für alle anderen religiösen Pflichten. Wer vor Zeugen sagt „Ich bezeuge, es gibt keinen Gott außer Gott, und ich bezeuge, Muhammed ist sein Diener und Gesandter“ bekennt sich zum Islam und wird damit zum/r Muslim/a. Dieses Bekenntnis zu Gott schließt seine Engel und die Propheten, die Bücher, die Auferstehung der Toten und das jüngste Gericht sowie die Prädestinationslehre (Vorhersehung) ein.
Niemand darf zum Bekenntnis an den Islam gezwungen werden, weil der Glaube eine Sache des Gewissens, der freien Entscheidung und Überzeugung ist.
das Gebet
Die zweite Säule ist das rituelle Gebet. Nach dem Glaubens-bekenntnis ist das rituelle Gebet die höchste Pflicht der MuslimInnen. Es wird vor dem Sonnenaufgang, mittags, nachmittags, abends und in der Nacht an jedem geeigneten und sauberen Ort verrichtet. Eine besondere Stellung nimmt das Freitagsgebet (zwischen 13 und 15.00 Uhr) in der Moschee/ Gebetsraum ein. Das Gebet verbindet die Rezitation ausgesuchter Suren mit Bittgebeten und Lobpreisungen in arabischer Sprache mit rituellen Bewegungsabläufen. Der Betende beabsichtigt, die Gegenwart Gottes in seinem Herzen zu spüren. Dadurch soll der/die Gläubige von Schlechtem abgehalten werden und zu einem Menschen werden, der sich mit Gott, sich selbst und seiner Umwelt im Frieden befindet. Unter bestimmten Umständen kann ein/e Muslim/a von der Flexibilität seiner Religion Gebrauch machen, das heißt, die versäumten Gebete in vorgeschriebenen Zeiten nachträglich verrichten.
die Almosen für Bedürftige
Die vierte Säule ist die „soziale Pflichtabgabe“. MuslimInnen sind verpflichtet, Arme und Bedürftige zu unterstützen, um somit ihr Vermögen zu „reinigen“ und mit göttlichem Segen zu vermehren. Die Höhe der Almosen soll zumindest 2,5 % des jährlichen, eigenen Vermögens betragen.
das Fasten im Monat Ramadan
Die dritte Säule ist das rituelle Fasten. Im neunten Monat des islamischen Mondkalenders, dem Ramadan, ist MuslimInnen von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang jede Form der Nahrungs- und Genussmittelaufnahme sowie der Beischlaf untersagt. Das rituelle Fasten ist eine gottesdienstliche Handlung, die den Menschen Gott näher bringt. Der Körper wird dem Geist unterworfen, womit Selbsterziehung als Geste der Dankbarkeit dargestellt wird. Fastende sollen lernen, mit jenen mitzufühlen, die hungrig oder durstig sind. Dabei zeigen sich die MuslimInnen besonders gegenüber Bedürftigen solidarisch. Der Ramadan wird mit dem Fest des Fastenbrechens abgeschlossen.
die Pilgerfahrt (Hadsch; soweit möglich)
Die Pilgerfahrt stellt den Höhepunkt im Leben der MuslimInnen dar. Diese findet im letzten Monat des islamischen Mondkalenders statt. Jedes Jahr pilgern rund drei Millionen MuslimInnen in die heilige Stadt und durchlaufen einen besonderen Weihezustand. Die Kaaba, ein würfelförmiges, leer stehendes Gebäude, ist das Zentralheiligtum der Muslime. Ihren besonderen Wert hat sie auch dadurch, dass sie die Gebetsrichtung ist. Während der Wallfahrt wird weltweit das Opferfest gefeiert. Hierbei wird im Gedenken an die Bereitschaft Abrahams, seinen Sohn Ismael zu opfern, Klein- und Großvieh geopfert.
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Islam in Österreich (Zeittafel)
15-18. Jh. Erste muslimische Händler im ungarisch-österreichischen Reich. (später als Soldaten, Finanzberater)
1782 ''Toleranzedikt'' Kaiser Joseph II., erlassen am 31. Jänner 1782. Pläne für Errichtung einer Moschee in Wien.
1874 „Anerkennungsgesetz“; Begräbnisstätte für Muslime in Wien errichtet (Zentralfriedhof).
1878 Bosnien wird Österreich-ungarisch; bosnische Muslime in der kaiserlichen Armee; Errichtung von Gebetsstätten in den Kasernen (z.B. Albrechts Kaserne, 2. Bez.); Imame in der kaiserlichen Armee.
1912 Kaiser Franz Joseph verabschiedet das „Islamgesetz“, Islam wird als Religion anerkannt. Staatliche Rechtsquelle: RGBl. Nr. 159/1912 i.d.F. BGBl. Nr. 164/1988.
1963 Bosnische Muslime gründen „Muslimischen Sozialdienst“; erste gemeinschaftliche Gebetsstätte außerhalb der Kaserne.
1979 Das Bundesministerium für Unterricht und Kunst genehmigt die Errichtung einer islamischen Religionsgemeinde und deren Statuten.
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